HyperSculpture HyperSculpture HyperSculpture
Webpublikation  zur Webpublikation
Idee
Produkt
Demo

Beispiele
HyperGiotto  
HyperSculpture  
HyperPalast  
HyperGlas  
HyperMedia  
HyperTaxon  
HyperExkursion  
HyperColumn  
HyperKunsthalle  
HyperBrand  
EbsKart  

Projektpartner
Publikationen
Kontakt

HyperSculpture

Mittelalterliche Bauskulptur und ihre Verortung im architektonischen Kontext

Konventioneller textorientierter Beschreibung oder Abbildung von Bauskulptur fehlt meist die erforderliche Präzision in Bezug auf Standort und Binnenreferenzen. Das Material ist notwendigerweise selektiv, die Kriterien müssen mehr oder weniger aufwendig nachvollzogen werden. Mit HyperImage soll ein Visualisierungskonzept umgesetzt werden, das Abbildung, architektonisches Umfeld und Information verknüpft. Diese Darstellung wird dem dreidimensionalen Charakter der Architektur bedeutend besser gerecht als die herkömmliche Buchform. Ziel ist es, die Bauskulptur in ihrem jeweiligen architektonischen Umfeld anhand von Grundrissen, Aufrissen und Schnitten des Gebäudes in Form einer webfähigen online-Publikation zu visualisieren, zu lokalisieren und im Detail zu betrachten. Zugehörige Bilder und Informationen sollen entsprechend verlinkt sein, z.B. eine Beschreibung des Objekts, seine Ikonographie und Datierung.

Entwickelt wird der Prototyp, der auf weitere Objekte übertragbar sein soll, am Beispiel der Puerta de las Platerías, dem Südportal der Kathedrale von Santiago de Compostela (Spanien). Santiago de Compostela zählt neben Rom und Jerusalem zu den drei wichtigsten christlichen Pilgerzielen des Mittelalters. Aus ihrer Entstehungszeit besitzt die Kathedrale eine außergewöhnlich reiche Bauskulptur, vor allem Kapitelle und Portalplastik, die dem frühen 12. Jahrhundert zuzurechnen sind. Gerade die Visualisierung der Puerta de las Platerías, die im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen erlebt hat, verspricht neue, wegweisende Perspektiven hinsichtlich der Erforschung der frühen Bauphasen und ihrer Bauskulptur. So berichtet der sog. Pilgerführer (auch Codex Calixtinus) aus dem 12. Jahrhundert, dessen Manuskript im Kathedralarchiv von Santiago bewahrt wird, von drei Portalen (Nord-, Süd- und Westportal). Erhalten geblieben ist aber einzig das Südportal, die Puerta de las Platerías. Aufgrund der Beschreibung der Portale im Codex Calixtinus und anderen Quellen ist seit langem bekannt, dass ein Teil der romanischen Skulpturen des ehemaligen Nordportals wie auch des geplanten, aber wohl nie realisierten Westportals (d.h. des Vorgängerportals des Pórtico de la Gloria) heute am Südportal verbaut ist. Mit Hilfe von HyperImage lassen sich die im Codex Calixtinus genannten und teils heute noch erhaltenen Skulpturen anschaulich auf Lichttischen gruppieren. Zugleich aber kann der Bestand der Bauskulptur auch nach stilistischen Kriterien sortiert werden. Die Anordnung und Visualisierung unter verschiedenen Gesichtspunkten sind dabei der Ausgangspunkt, um neue Bezüge der Skulpturen und Portale untereinander erkennen und aufzeigen zu können.


Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Rückert
Kunstgeschichtliches Seminar, HU zu Berlin
Dorotheenstraße 28, D - 10117 Berlin
Fon +49 (0)30 / 20 93 40 57, Fax +49 (0)30 / 20 93 42 09
claudia.rueckert@culture.hu-berlin.de
Inhalt: Kathleen Waak, Vera Kern